literaturtest.de Die vorliegende Filmgeschichte ist bei UTB erschienen, was die Marschrichtung schon vorgibt: Uns erwartet -- glücklicherweise -- keine bunte Bilderwelt, die die Blockbuster der vergangenen Jahrzehnte feiert. (Film-)Wissenschaftlich ist hier der Zugang zur Filmgeschichte. Da mag das einführende Kapitel etwas sperrig wirken angesichts der akademischen Gründlichkeit, mit der Aufbau, Auswahl und Fokus begründet werden.
Faulstichs erklärtes Ziel ist es, den Fehler anderer Filmgeschichten zu vermeiden und kein überbordend umfangreiches Werk vorzulegen. Was ihm hier gelingt, ist eine sinnvolle Beschränkung auf relevante Filme, Personen und Genres. Chronologisch strukturiert, entwickelt er auf diese Weise einen überzeugenden Kanon, der mit der Frühgeschichte des Films Ende des 19. Jahrhunderts beginnt und bis in die "Digitalisierung und Globalisierung" des Gegenwartsfilms reicht. Deutsche Filme bilden den Schwerpunkt, dazu die US-amerikanischen, europäischen und japanischen Produktionen, die hierzulande größere Wirkung hatten. Dabei wird herausragenden Phasen der Filmgeschichte mehr Raum gegeben. So werden in "Vom Stummfilm zum Tonfilm" neben den USA und Charlie Chaplin auch der russische Revolutionsfilm (Eisenstein), der deutsche expressionistische Film (Murnau, Lang) oder der poetische Realismus in Frankreich gewürdigt.